Landwirtschaft


Momentan bewirtschaften wir etwa 36 ha Land nach Bioland-Richtlinien. Diese setzen sich aus ca. 19 ha Acker und ca. 17 ha Grünland zusammen. Die Bodengüte beträgt zwischen 20 und 35 Bodenpunkten. Wir versuchen vielfältigen, standortentsprechenden Ackerbau mit Kompostwirtschaft zu betreiben. Das bedeutet, dass wir uns momentan auf den Anbau extensiver und älterer Pflanzensorten konzentrieren, die auch mit den widrigen Bedingungen  unserer Standorte zurecht kommen sollen. Die größten Schwieigkeiten spiegeln sich insbesondere in sehr sandigen Böden und längeren Trockenperioden wider. Alte Pflanzensorten und extensive Arten sollen mit diesen Bedingungen besser zurecht kommen als moderne Sorten.

Zu unseren Hauptanbauprodukten zählen daher Leindotter, den wir zu eigenem Öl verpressen sowie Waldstaudenroggen (Synonym: Johannisroggen, Sibirischer Urroggen), den wir momentan hauptsächlich zur eigenen Vermehrung und Bodengesundung anbauen.

In der Fruchtfolge sind weiterhin humusaufbauende und grünfuttererzeugende  Komponenten enthalten, um die Bodengüte zu steigern und Trockenphasen besser zu überwinden. Diese Komponenten setzen sich aus überjährigem Kleegras sowie intensivem Zwischenfruchtanbau zusammen.  Den Ackerbau betreiben wir seit 2021 größten teils nach dem Vorbild des Prinzips der Regenerativen Landwirtschaft. Das bedeutet, dass wir einerseits mit intensivem Anbau von Zwischenfrüchten arbeiten, um eine dauerhafte und möglichst komplette und ganzjährige Begrünung und Durchwurzelung des Bodens zu erreichen und andererseits  eine noch größere Vielfalft verschiedener Arten von Pflanzen auf dem Boden anzubauen, um so mehr Vielfalt oberhalb und im Boden zu schaffen.

In der Natur ist kein Boden auf Dauer nackt und unbewachsen. Außerdem interagieren verschiedene Pflanzen verschiedenartig mit dem Boden und den Bodenlebewesen; sie nehmen und geben gegenseitig Stoffwechselbprodukte auf und ab.

 

Außerdem arbeiten wir nach Möglichkeit in diesem Zusammenspiel pfluglos im Mulchsaatverfahren mit minimaler Bodenbearbitung, um so wenig wie möglich in das Bodenleben einzugreifen, da in jeder Schicht des Bodens, abhängig von dem mit der Tiefe abfallenden Sauerstoffgradienten, unterschiedliche Organismen in den jeweilgen Schichten leben. Und die sollen da bleiben, wo es Ihnen am besten gefällt. In einer Hand voll Muttererde, gesunder Ackererde, Waldboden, leben mehr Organismen als es Menschen auf unserem Planeten gibt. Außerdem wollen wir mit diesem Verfahren Ressurcen sparen, insbesondere Diesel und Wasser, das bei intensivem Bodenbearbeitungsverfahren immer zu verdunsten droht.

Bildquelle: https://www.rath-maschinen.com/de/geohobel.html
Bildquelle: https://www.rath-maschinen.com/de/geohobel.html

Unser Grünland nutzen wir extensiv, was bedeutet, dass wir wenig Schnitte im Jahr durchführen und sehr wenig organischen Dünger in Form von Kompost einsetzen. Diese Form der Bewirtschaftung ist sowohl ressurcenschonend, als auch naturgerecht, da wir besonders Bodenbrüter und Säugetiere, wie z.B. Feldlerchen, Feldhasen und Rehkitze schonen, durch spätere Schnittzeitpunkte im Jahr, und auch die natürliche Vegetation der entsprechenden Wiesenstandorte kaum beeinflussen und dadurch auch seltnenen und konkurrenzschwachen Wiesenkräutern die Chance geben, zu wachsen.

 

Das Futter nutzen wir für unsere eigenen Tiere, sowie zum Verkauf. Gleichzeitig achten wir darauf, dass keine Giftpfanzen im Futter enthalten sind.

Weiterhin betreiben wir etwas Waldwirtschaft auf etwa 15 ha heimischem Wald nach der schonenden Plenterwaldmethode zur Nutzung von Bauholz und Brennholz und versuchen, zukunftsorientiert mit heimischen Laubbäumen, wie Eiche und Buche, wieder aufzuforsten.

Des Weiteren betreiben wir etwas Gartenbau im kleinen Rahmen; so zu sagen als "erweiterter Eigenbedarf". Wir bauen Garten- und Feldgemüse wie Tomaten, Gurken, Kürbisse, Zucchini, Kartoffeln, Zwiebeln, Erdbeeren und andere Leckerein an. Auch hier arbeiten wir mit intensiver Kompost- und Mulchwirtschaft. Alle Produkte, die wir produzieren, auch die unserer Tiere, verkaufen wir ab Feld, bzw. ab Hof in Direktvermarktung.